IKEA hat die Bauanleitung für die Zukunft vergessen

„Spannend, freundschaftlich, Wohlfühl-Atmosphäre“ – so haben noch vor ein paar Jahren die Mitarbeiter des Weltkonzerns IKEA ihren Arbeitsplatz beschrieben. Und auch in der Öffentlichkeit war das schwedische Möbelhaus weltweit dafür bekannt, ein äußerst attraktiver Arbeitgeber zu sein. 

Doch genau das dreht sich nun komplett! 

Warum? Weil IKEA sich fit für die Zukunft macht und auf diesem Weg verpasst, den wichtigsten Bestanteil mitzunehmen … die Mitarbeiter. Oder wie der Spiegel titelt: „Revolte bei Ikea: Mitarbeiter sind unglücklich und haben Angst vor der Zukunft“

Wenn der Läufer den Stab übergibt …

Dass sich IKEA momentan neu strukturieren und für die Zukunft sortieren will, kommt nicht überraschend. Im letzten Jahr starb Gründer und Patriarch Ingvar Kamprad. Und in jedem Unternehmen, egal ob Weltkonzern, Familienunternehmen oder inhabergeführter Organisation, kommt es zu einem herausfordernden Übergang, wenn solch ein charismatischer Chef abtritt. 

Stellen Sie sich die Szenerie wie in einem Staffelsprint vor: Wenn der Staffelstab die Hand der Person an der Führungsspitze verlässt, ist die Gefahr einer Sollbruchstelle groß. Der nächste Läufer setzt sich in Bewegung und braucht einige Meter, bis er in seiner vollen Kraft läuft. Und dann muss die Übergabe klappen! Genau so ist das jetzt auch bei IKEA. 

Neuer Chef, neue Ideen, neue Angst

Bei Jesper Brodin, der neue Chef des IKEA-Imperiums, stehen große Umstrukturierungen auf der Agenda. Er experimentiert mit neuen Filialformen und möchte das Online-Geschäft ausbauen. Denn während sich das Unternehmen in den letzten Jahren hauptsächlich auf das stationäre Geschäft konzentriert hat, wächst die Konkurrenz vor allem online. 

Ein Umbruch von großem Ausmaß für den Möbelgiganten: 7.500 IKEA-Mitarbeiter sollen gehen, 11.500 sollen neu eingestellt werden. Diese Veränderungen rufen in den Mitarbeitern vor allem eines hervor: Angst. Pure Furcht vor der Zukunft und um ihre Arbeitsplätze. Während sie sich bei Kamprad noch sicher und aufgehoben fühlten, fehlt ihnen bei Brodin jetzt die Orientierung. Doch wie kann er diesen Negativtrend aufhalten? 

Ihre Chance für die Zukunft 

Wenn auch in Ihrem Unternehmen ein solcher Wechsel an der Führungsspitze ansteht, kann ich Ihnen nur empfehlen, schnell etwas gegen die Angst der Mitarbeiter vor der Zukunft zu unternehmen. Rein sachliche Informationsübermittlung reicht da allerdings nicht aus … 

Malen Sie stattdessen gemeinsam mit Ihrer Führungsspitze ein Zukunftsbild. Ein Bild mit emotionalem Inhalt – den Gründen, Werten und dem Charakter, wie Sie sich die Zukunft vorstellen. Anschließend geben Sie dieses Zukunftsbild an Ihre Belegschaft weiter. So können Sie ihr bestmöglich veranschaulichen, was sich in Zukunft ändert und wo ihr Platz in diesen Veränderungen ist. Die Mitarbeiter dürfen sich dann mit ihrem ganzen Können und ihren Ideen an den für sie richtigen Stellen einbringen. 

Lust statt Frust 

Sie liefern den Kompass, einen Korridor, der die großen Linien vorgibt. Für die Bewältigung dieses Wegs benötigen Sie Ihre Mitarbeiter und deren Kreativität. 

Ich bin überzeugt: Wenn Jasper Brodin von IKEA solch ein Zukunftsbild für sich und seine Mitarbeiter schaffen würde, dann wäre dies das wirksamste Gegenmittel gegen die Angst. Und es wäre die Chance, dass Lust auf Veränderung aufkommt. 

Und das ist schließlich das, was ein Unternehmen in dieser Phase am dringendsten braucht, oder was meinen Sie? 

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